18.05.2010
Reportage: Seit 17 Jahren zufrieden – wie CERATIZIT beim Stanzspezialisten Härter zum Alleinlieferanten wurde
Mit Interview zu den besonderen Herausforderungen in der Automobilindustrie |
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Reportage: Seit 17 Jahren zufrieden – wie CERATIZIT beim Stanzspezialisten Härter zum Alleinlieferanten wurde
Mit Interview zu den besonderen Herausforderungen in der Automobilindustrie
CERATIZIT S. A., Mamer, Luxemburg (Zentrale), Mai 2010
Bereits seit 17 Jahren vertraut der Stanzspezialist Härter auf Hartmetall von CERATIZIT. Heute ist CERATIZIT Alleinlieferant des Automotivespezialisten. Härter beschäftigt weltweit etwa 1500 Mitarbeiter (ca. 900 davon in Stein, Deutschland) und erzielte 2008 einen Umsatz von über 200 Millionen Euro. Der Stanzspezialist Härter verfügt über einen beeindruckenden Maschinenpark: 60 Erodieranlagen, ebenso viele Schleifmaschinen und über 100 Stanzautomaten. Mit 80 Prozent der bei Härter hergestellten Werkzeuge wird im Unternehmen für Kunden gestanzt, die restlichen 20 Prozent gehen an Kunden, die selbst stanzen.
1992 entstanden die ersten Geschäftskontakte auf einer Fachmesse in Deutschland. Relativ rasch saßen die Experten von Härter und CERATIZIT gemeinsam am Tisch und diskutierten Anforderungen und Eigenschaften von Werkzeugen und die notwendigen Hartmetallsorten. „Bereits damals fiel CERATIZIT mit der Sorte H40 sehr positiv auf“, erinnert sich Roland Kastner, zuständig für die Arbeitsvorbereitung und den technischen Einkauf bei Härter. „Während wir bei den Werkstoffen von Konkurrenzanbietern mit Abschieferungen, Rissen und Abspaltungen zu kämpfen hatten, war die Sorte H40 von CERATIZIT äußerst stabil und verlässlich“.
Seit 1993 kauft die Härter-Gruppe auch Stäbe von CERATIZIT zu. Hierbei handelt es sich um rechteckige Stäbe in den Sorten H40S, TSM30 und TSM33, die für die Herstellung von Stempeln verwendet werden.
Ende der neunziger Jahre bereiteten Lochfraß und Korrosion beim Erodierprozess den Spezialisten von Härter große Sorgen. Zusammen mit dem Maschinenhersteller Agie entwickelten Härter und CERATIZIT daher die CF- Sortenreihe, die extrem korrosionsbeständig ist. „All diese positiven Entwicklungen haben dazu geführt, dass Härter seit etwa drei Jahren nur noch Hartmetall von CERATIZIT verwendet“, so Kastner.
Interview mit Roland Kastner (Arbeitsvorbereitung und technischer Einkauf) und Alexander Kasper (Leiter Marketing) von Härter
Welche Komponenten stellt Härter für die Automobilindustrie her?
Kasper: Das Produktportfolio ist sehr breit gefächert, und reicht von Stanzteilen für Scheibenwischer bis hin zu hochkomplexen Baugruppen für Anwendungen wie ABS oder ESP.
Wie entwickelt sich für Sie das Geschäft in der Automobilbranche?
Kasper: Momentan stehen die Automobilzulieferer vor ihrer bislang größten Herausforderung. Wir gehen davon aus, dass sich der Markt nach der Krise wieder erholen wird. Mittelfristig profitieren wir von den Wachstumstreibern im Automobilbau. Dazu zählen die Bereiche Komfort, Sicherheit und Umwelt und zwar unabhängig davon, wie viele Autos verkauft werden.
Was früher Luxus war, ist jetzt schon sehr oft Teil der Standardausstattung: Systeme für ABS und ESP, verstellbare Spiegel und Sitze, elektrisches Schiebedach, elektrische Fensterheber, etc: diese Features basieren auf Elektronik und die Baugruppen dazu beinhalten Stanzteile wie auch umspritzte und/oder montierte Komponenten.
Dazu kommt, dass sich die Automobilhersteller zunehmend auf die Bereiche Entwicklung, Vertrieb und Marketing konzentrieren und Fertigungsbereiche im Wesentlichen an ihre Zulieferer outsourcen. Daraus folgt für uns eine Zunahme bei der Herstellung komplexer Baugruppen. Wie man weiß, werden etwa 60 Prozent der Stanzteile mit Kunststoff umspritzt.
Wie wichtig ist das Automotive-Geschäft für Härter?
Kasper: Wie schon erwähnt, sind wir sehr breit aufgestellt. Dennoch erwirtschaften wir circa ein Drittel des Umsatzes im Automobilbereich. Wir liefern hochwertige Stanzprodukte und Baugruppen an nahezu alle Systemlieferanten (First Tier-Suppliers).
Es sind bei Ihnen nicht nur Hartmetall-Werkzeuge im Einsatz, sondern auch solche aus Stahl. Wann wird welches Material bevorzugt?
Kastner: Das Verhältnis ist sechzig Prozent Stahlwerkzeuge zu vierzig Prozent Werkzeugen aus Hartmetall. Der Preis von Hartmetallwerkzeugen ist etwa dreißig Prozent höher als der für Werkzeuge aus Stahl, allerdings ist die Standzeit und damit auch die Gesamtausbringung wesentlich höher. Stahlwerkzeuge kommen meistens zum Einsatz bei Losgrößen unter einer Million Stück.
Welche sind die wesentlichen Qualitätskriterien beim Hartmetall?
Kastner: Am wichtigsten für uns ist die konstante hochwertige Qualität. Diese spielt vor allem beim Erodieren eine sehr große Rolle. Außerdem setzen wir auf hohe Standzeit und Stabilität und hervorragende Härte und Zähigkeit.
Wie lange hält das Hartmetall im Werkzeug?
Kastner: Das hängt wirklich davon ab, welches Material gestanzt wird und mit welchem Druck und welcher Geschwindigkeit das passiert. Es gibt aber Hartmetallwerkzeuge, die bis zu fünfzehn Millionen Stück stanzen können bis man sie nachschärfen muss Und in der Regel ist es möglich, die Werkzeuge acht bis zehn Mal nachzuschärfen.
Wie viel Prozent vom Gesamtpreis macht das Hartmetall aus?
Kastner: Wir reden hier im Schnitt von fünf bis zehn Prozent des Gesamtpreises.
Auf welche Produkte, die Sie bisher hergestellt haben, sind Sie besonders stolz?
Kasper: Jedes Werkzeug ist eine Herausforderung, denn es wird für den Kunden individuell hergestellt. Wir verarbeiten Stanzmaterialien in Stärken von 0,05 bis 4mm auf Pressen von fünfzehn bis dreihundertfünfzig Tonnen. Da kommt bei über fünfundvierzig Jahren Unternehmensgeschichte einiges zusammen.
Stolz sind wir aber, wenn wir sehr komplexe Teile mehrfach fallend auf unseren Anlagen mit über tausend Hub pro Minute produzieren und über Kamerasystem gleichzeitig zu einhundert Prozent kontrollieren.
Wir haben aber auch schon Barcodes gestanzt, die nachher auf Fahrgestelle aufgeschweißt wurden. Das war eine echte Herausforderung: Jedes Teil von insgesamt einer Million Teilen musste also unterschiedlich sein.
Was schätzen sie an CERATIZIT?
Kasper: Wir schätzen das Vertrauen, das über die Jahre entstanden ist und jetzt dafür sorgt, dass die Firmen Härter und CERATIZIT sich gegenseitig antreiben: Die Zusammenarbeit bringt uns beide weiter. Weiters schätzen wir den Service: CERATIZIT ist eben keine Hartmetallfabrik, deren Außendienstler nur aufs Verkaufen aus sind – die gesamte Mannschaft geht auf unsere Anforderungen ein, schaut sich Probleme gemeinsam mit uns an und behebt sie rasch. Ein weiteres Highlight ist der sehr gut sortierte Produktkatalog, mit dem wir gerne arbeiten.
Die Firma Härter wurde 1964 als Werkzeugbau gegründet und hat sich dann auch auf das Stanzen von Teilen für die Automobilindustrie, Telekommunikationsbranche, die Elektronikindustrie und allgemeine Industrie (wie Möbelbeschläge oder Komponenten für Uhren) spezialisiert.
Hartmetallexperte CERATIZIT steht für „hard material matters“
CERATIZIT S.A. ist Pionier und Global Player für anspruchsvolle Hartstofflösungen. Das Unternehmen operiert von Mamer in Luxemburg aus. In ausgewählten Industriebereichen ist die in mehr als 50 Ländern international aufgestellte Gruppe Weltmarktführer für einzigartige, konsequent innovative Hartstoffprodukte für Verschleißschutz und Zerspanung. Davon profitieren Kunden u.a. aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, der Petroindustrie, der Medizintechnik, der Elektronik und dem Werkzeug- und Formenbau. Mit mehr als 400 Patenten und rund 4000 Mitarbeitern ist CERATIZIT Ihr starker Partner überall auf der Welt.
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